Schweiz

Die Schweiz hat 26 kantonale Steuersysteme, und die besten davon (Zug, Nidwalden, Luzern) besteuern Firmen mit rund 12 % und Menschen im einstelligen Bereich. Das funktioniert hervorragend, wenn du wirklich hinziehst, ein echtes Geschäft führst und mit einigen der höchsten Lebenshaltungskosten der Welt leben kannst.

Unser Fazit

Top, wenn du EU-/EFTA-Bürger bist (oder vermögend genug für die Pauschalbesteuerung) und niedrige Steuern ohne jeden Reputationsabschlag willst – nach Zug ziehen, Firma von dort führen, fertig. Lass es, wenn du eine Firma aus der Ferne führen willst, jeden Franken zählst oder einen Nicht-EU-Pass ohne ernsthaften Businessplan hast: Substanz, Kosten und Bewilligungen fressen dich auf.

Ideal für

  • EU-/EFTA-Gründer, die wirklich umziehen und die Firma aus einem Tiefsteuerkanton führen
  • Vermögende Privatiers, die für die Pauschalbesteuerung infrage kommen
  • Familien, denen Stabilität, Schulen und Sicherheit am wichtigsten sind

Eher nicht, wenn

  • Alle, die eine Firma suchen, die sie von woanders aus führen können
  • Nicht-EU-Gründer ohne Kapital, zu schaffende Jobs oder Jobangebot
  • Budgetbewusste Nomaden – Zug ist teurer als New York

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.

Gewinnsteuer
≈ 11,85 % (Zug)
Bund + Kanton + Gemeinde; 11,66–20,54 % schweizweit
Verrechnungssteuer auf Dividenden
35 %
für Ansässige rückerstattet; per DBA meist 15 % für Nichtansässige
Einkommensteuer
≈ 5,3 % auf 100.000 CHF
Stadt Zug, ledig, Bruttolohn, 2026; Stadt Zürich ≈ 11,8 %
Pauschalbesteuerung
mind. 435.000 CHF Bemessung
Bund 2026; Kanton Zug 500.000 CHF; keine Erwerbstätigkeit in der Schweiz
Mehrwertsteuer
8,1 %
Gründungsdauer
1–3 Wochen
Notar, Kapitaleinzahlung, Handelsregister
Laufende Kosten
≈ 4.000–6.000 €/Jahr
Treuhand-Buchhaltung, MWST, Steuererklärung, Lohnabrechnung für dich
Mindestaufenthalt
Dort leben
keine feste Tageszahl, aber Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in der Schweiz
Währung
CHF

Der Nerdy Index.

15 Kriterien, jedes mit 0–10 bewertet – nach veröffentlichter Formel oder Raster. Wähl, wer du bist – der Index gewichtet neu, was für dich zählt.

61Nerdy IndexGründer, zieht mit der Firma um
60Firma
62Wohnsitz
AusschüttungThesaurierungKostenTempoBankingRufSubstanzPers. SteuerZugangMindestaufenth.LebenskostenSicherheitRechtsstaatEnglischMobilität

FirmaWohnsitz

Firma 60/100

Steuer auf ausgeschüttete Gewinne25,1 % 3,7/10

Körperschaftsteuer plus Quellensteuer auf 100.000 € Gewinn, ausgeschüttet an einen nicht ansässigen Eigentümer. Transparente Gesellschaften (US-LLC) zahlen auf Firmenebene nichts – der Eigentümer versteuert zu Hause, daher neutral 5.

Formel 10 × (1 − Satz / 40), 0 % = 10, ab 40 % = 0 · Gewicht 25

Steuer auf thesaurierte Gewinne11,85 % 6,6/10

Steuer, solange Gewinne in der Firma bleiben (Estland und Georgien: 0 %).

Formel 10 × (1 − Satz / 35) · Gewicht 10

Laufende Kosten≈ 5.000 € / Jahr 6,7/10

Typische Jahreskosten, um eine kleine operative Firma sauber zu halten: Sitzadresse, Buchhaltung, Steuererklärungen, Prüfung falls Pflicht, Behördengebühren. Ohne Personal und Büromiete.

Einordnung: Treuhand-Buchhaltung, MWST-Abrechnungen, Jahresabschluss und Steuererklärung kosten für eine kleine GmbH typischerweise 2.000–5.000 CHF; dazu Lohnabrechnung für dein eigenes Gehalt und Registergebühren. Domizil oder lokaler Geschäftsführer kämen obendrauf – nicht nötig, wenn du dort wohnst und eine Adresse hast.

Formel unter 1.500 € = 10 · 3.000 € = 8 · 6.000 € = 6 · 10.000 € = 4 · 20.000 € = 2 · ab 30.000 € = 0 (linear dazwischen) · Gewicht 15 · Gryps – Treuhand price guide (Switzerland)

Gründungstempo & Gründung aus der Ferne≈ 2 Wochen 6/10

Typische Werktage von unterschriebenen Unterlagen bis zur eingetragenen Firma. +1 Punkt (max. 10), wenn alles aus der Ferne geht.

Einordnung: Notariell beurkundete Statuten, ein Sperrkonto für das Kapital (20.000 CHF bei einer GmbH) und der Eintrag ins kantonale Handelsregister – etwa zwei Wochen, wenn die Unterlagen stehen. Das Bankkonto ist meist der langsamste Teil.

Formel 1 Tag = 10 · 5 = 8 · 10 = 6 · 20 = 4 · 40 = 2 · ab 60 = 0, +1 bei Ferngründung · Gewicht 10 · KMU portal – GmbH: capital and formation

Zugang zu BankenNerdy-Einschätzung 6/10

Wie leicht eine Firma mit ausländischem Eigentümer ein Geschäftskonto (lokale Bank oder regulierter E-Geld-Anbieter) eröffnen und behalten kann, das international funktioniert.

Unsere Einschätzung: Etablierte Banken (PostFinance, Kantonalbanken, UBS) eröffnen Konten für Schweizer GmbHs, sobald du hier wohnst – meist nach einem Termin, innerhalb einiger Wochen. Nichtansässige Eigentümer, manche Nationalitäten und US-Personen erleben lange Prüfungen oder Absagen.

Bewertungsraster 10 = aus der Ferne, Tage, Großbanken · 7 = vor Ort, einige Wochen, machbar · 4 = langsam, wählerisch, oft nur mit lokalen Bezügen · 1 = für Ausländer sehr schwer · Gewicht 15

Ruf & Abkommensnetz100+ DBA, auf keiner Liste 10/10

Anzahl der geltenden Doppelbesteuerungsabkommen, abzüglich Maluspunkten für Listen, die Banken und Finanzämter nervös machen: EU-Liste nicht kooperativer Länder (Anhang I), EU-Beobachtungsliste (Anhang II), FATF-Grauliste.

Einordnung: Die Schweiz hat umfassende Doppelbesteuerungsabkommen mit mehr als 100 Staaten und steht weder auf den EU-Listen (Anhang I/II, Februar 2026) noch auf der FATF-Grauliste (Juni 2026).

Formel ab 90 Abkommen = 10 · 70 = 9 · 50 = 8 · 30 = 6 · 10 = 4 · 0 = 2; −6 EU-Anhang I, −2 EU-Anhang II, −4 FATF-Grauliste · Gewicht 15 · SIF – Swiss double taxation agreements (1 Jan 2026)

Substanz-AufwandNerdy-Einschätzung 4/10

Wie viel echte Präsenz (Geschäftsführer, Büro, Personal, Board-Meetings) die Firma vor Ort braucht, um dort als steuerlich ansässig anerkannt zu werden und die Bank zufriedenzustellen. Höhere Punktzahl = weniger Aufwand.

Unsere Einschätzung: Das Gesetz verlangt eine in der Schweiz wohnhafte Person, die die Firma vertreten kann, und der tiefe Kantonssatz hält nur, wenn die Geschäftsleitung wirklich dort sitzt. Rechne mit echtem Büro und Entscheidungen in der Schweiz.

Bewertungsraster 10 = nichts außer dem Eigentümer, der sie führt · 7 = lokaler Director oder virtuelles Büro reicht meist · 4 = echtes Büro und Geschäftsleitung vor Ort erwartet · 1 = Personal und Räume Pflicht (z. B. Freihandelszonen-Lizenz) · Gewicht 10

Wohnsitz 62/100

Persönliche Steuer als Zuzügler≈ 5 % 8,9/10

Effektive Steuer, die ein neu zugezogener Resident auf 100.000 € Einkommen aus der eigenen (ausländischen oder lokalen) Firma zahlt – mit dem besten Regime, das Unternehmern realistisch offensteht (Non-Dom, Pauschalsteuer, territorial, Sonderregime). Ohne Sozialversicherung.

Einordnung: Ledig in der Stadt Zug, 100.000 CHF Bruttolohn aus der eigenen Firma: rund 5.300 CHF Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer 2026 (ESTV-Rechner). Qualifizierte Dividenden werden nur teilweise besteuert (50 % in Zug, 70 % beim Bund) und kommen günstiger, aber die Firma hat vorher 11,85 % gezahlt, und ein marktüblicher Lohn wird erwartet. Ohne Sozialversicherung.

Formel 10 × (1 − Satz / 45) · Gewicht 25 · ESTV – Swiss tax calculator

Zugang zum AufenthaltNerdy-Einschätzung 3/10

Wie realistisch ein Nicht-EU-Unternehmer eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, die auch steuerliche Ansässigkeit bringt: Voraussetzungen, Kosten, Dauer, Chancen. EU-Bürger haben es meist leichter – steht in der Begründung.

Unsere Einschätzung: Für Nicht-EU-Gründer kontingentiert und nur mit einem Unternehmen, das Jobs oder Investitionen bringt – oder mit Vermögen für die Pauschalbesteuerung. EU-/EFTA-Bürger spielen in einer anderen Liga: B-Bewilligung als Selbstständige in wenigen Wochen.

Bewertungsraster 10 = Wochen, günstig, über eigene Firma oder einfache Anmeldung · 7 = einige Monate, moderate Kosten (z. B. D7/Nomad-Visum) · 4 = anspruchsvoll (hohes Einkommen, Investition oder Gespräche) · 1 = ohne Jobangebot oder große Investition kaum möglich · Gewicht 15

MindestaufenthaltDort leben (≈ 183 Tage) 4/10

Tage pro Jahr, die du dort verbringen musst, um Erlaubnis und steuerliche Ansässigkeit zu behalten (das Strengere zählt, mit dem flexibelsten Programm).

Einordnung: Eine feste Tageszahl gibt es nicht, aber die B-Bewilligung erlischt nach sechs Monaten im Ausland, und die Steuerpflicht knüpft an Wohnsitz und Lebensmittelpunkt an. Plane, den Großteil des Jahres dort zu leben.

Formel 0–30 Tage = 10 · 60 = 8 · 90 = 7 · 183 = 4 · ab 270 = 2 · Gewicht 10 · SEM – residence permits for EU/EFTA citizens

Lebenshaltungskosten123,2 (Zug) · Zug 1/10

Numbeo Cost of Living Index (ohne Miete, New York = 100) für die Stadt, die die meisten Expats wählen.

Einordnung: Zug ist die teuerste Stadt im Numbeo-Ranking, ohne Miete – 23 % über New York. Zürich liegt bei 120,9.

Formel Index 30 = 10 · 50 = 7 · 70 = 4 · ab 90 = 1 (linear) · Gewicht 12 · Numbeo – Cost of living in Zug

Sicherheit80,7 (Zug) · Zug 8,1/10

Numbeo Safety Index für dieselbe Stadt (0–100, höher ist sicherer).

Einordnung: Sehr sicher: Numbeos Safety Index für Zug liegt bei 80,7 (Zürich 75,7).

Formel Index / 10 · Gewicht 10 · Numbeo – Crime and safety in Zug

Rechtsstaat & Stabilität98. Perzentil 9,8/10

Weltbank Worldwide Governance Indicators, Perzentilrang Rechtsstaatlichkeit (0–100). Misst, wie verlässlich Gerichte, Verträge und Eigentumsrechte sind.

Einordnung: Der Rechtsstaatlichkeits-Schätzwert 2025 (WGI, Methodik 2025) platziert die Schweiz vor über 98 % der 215 erfassten Volkswirtschaften.

Formel Perzentil / 10 · Gewicht 10 · World Bank – Worldwide Governance Indicators

Englisch im Alltag & BusinessEF EPI 564 6,6/10

Punktwert im EF English Proficiency Index. Länder mit Englisch als Amts- oder übliche Geschäftssprache zählen mit 700.

Einordnung: Hohes Niveau landesweit (Rang 30 im aktuellen EF EPI), in Zürich und Zug noch höher – Alltag und Behörden laufen aber auf Deutsch, Französisch oder Italienisch.

Formel 400 = 1 · 500 = 4 · 550 = 6 · 600 = 8 · ab 650 = 10 · Gewicht 8 · EF English Proficiency Index – Switzerland

Mobilität & PerspektiveNerdy-Einschätzung 7/10

Was dir der Aufenthalt über das Land hinaus bringt: Schengen-/EU-Zugang, Daueraufenthalt und Weg zur Staatsbürgerschaft, Stärke eines späteren Passes, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt.

Unsere Einschätzung: Schengen-Zugang, C-Bewilligung nach 10 Jahren (für viele EU-Bürger nach 5), Einbürgerung nach 10 Jahren mit erlaubter Doppelstaatsbürgerschaft und einer der stärksten Pässe der Welt – aber nicht EU, und der Weg ist lang.

Bewertungsraster 10 = EU/Schengen, Einbürgerung in ~5 Jahren, doppelt erlaubt · 7 = starker regionaler Zugang oder schneller Daueraufenthalt · 4 = nur lokaler Aufenthalt, langer Weg · 1 = kein Weg zu Dauerhaftigkeit · Gewicht 10

Zahlen geprüft: September 2026. Klick auf eine Zeile für Formel, Begründung und Quelle. So funktioniert der Nerdy Index

Wege zu Aufenthalt & Visum.

EU/EFTA: selbstständig (B-Bewilligung)

EU- und EFTA-Bürger bekommen eine B-Bewilligung für fünf Jahre, wenn sie eine echte selbstständige Tätigkeit in der Schweiz nachweisen – eingetragenes Unternehmen, Businessplan, Buchhaltung, Kunden. Ohne Erwerbstätigkeit: genug Geld und Schweizer Krankenversicherung. Der Kanton entscheidet, meist innerhalb weniger Wochen.

Nicht-EU: Gründer oder Selbstständige

Drittstaatsangehörige brauchen einen Platz im Jahreskontingent und müssen zeigen, dass das Unternehmen im wirtschaftlichen Interesse der Schweiz liegt: dauerhafte Arbeitsplätze, Investitionen oder Innovation, dazu ein solider Businessplan und Kapital. Kanton und Staatssekretariat für Migration entscheiden beide. Eine Ein-Personen-Beratung reicht selten.

Pauschalbesteuerung (Besteuerung nach dem Aufwand)

Für Ausländer, die erstmals (oder nach zehn Jahren im Ausland) in die Schweiz ziehen und dort nicht arbeiten. Besteuert werden die Lebenshaltungskosten: mindestens 435.000 CHF (Bund, 2026), das Siebenfache der Miete und das kantonale Minimum (Zug: 500.000 CHF). Abgeschafft in Zürich, Schaffhausen, beiden Basel und Appenzell Ausserrhoden.

Nicht-EU: vermögende Privatiers

Ohne Erwerbstätigkeit bekommen Nicht-EU-Bürger eine Bewilligung als Rentner (ab 55, mit Bezug zur Schweiz) oder wenn der Kanton ein erhebliches fiskalisches Interesse sieht – in der Praxis eine Pauschalsteuer deutlich über dem Minimum, im Einzelfall verhandelt.

Was für Schweiz spricht

  • Zug, Nidwalden und Luzern besteuern Firmengewinne mit rund 12 % – ohne Reputationsabschlag
  • Sehr niedrige Einkommensteuer in der Zentralschweiz (≈ 5 % auf 100.000 CHF in Zug)
  • Private Kapitalgewinne auf Aktien sind grundsätzlich steuerfrei
  • Pauschalbesteuerung für vermögende Zuzügler, die in der Schweiz nicht arbeiten
  • Über 100 Doppelbesteuerungsabkommen, erstklassige Gerichte und eine harte Währung
  • Schengen, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt, exzellente Schulen und Medizin

Worauf du achten solltest

  • Mit die höchsten Lebenshaltungskosten der Welt – Zugs Numbeo-Index liegt über New York
  • Echte Substanz Pflicht: Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss die Firma vertreten können
  • Aufenthalt für Nicht-EU-Bürger nur über Kontingente und mit echtem volkswirtschaftlichem Nutzen
  • 35 % Verrechnungssteuer bedeutet Rückforderungs-Papierkram für Nichtansässige
  • Vermögensteuer in jedem Kanton
  • Wegzug aus Deutschland: Wegzugsbesteuerung auf Firmenanteile, und das DBA lässt Deutschland deine deutschen Einkünfte noch fünf Jahre besteuern

Die Schweiz ist das Tiefsteuerland, bei dem niemand die Augenbraue hebt. Es gibt kein Sonderregime, das du beantragen musst, und keine schwarze Liste, die du erklären musst – nur 26 Kantone, die um Firmen und Einwohner konkurrieren, und ein paar davon gewinnen sehr deutlich. In der Stadt Zug zahlt eine Firma rund 11,85 % auf ihren Gewinn, und wer ledig ist und 100.000 CHF verdient, zahlt etwa 5.300 CHF Einkommensteuer.

Der Haken ist genauso schweizerisch: Das klappt nur, wenn du wirklich dort lebst, die Firma von dort führst und dir einen der teuersten Orte der Welt leisten kannst. So funktioniert es im September 2026 – mit Zug als Referenzkanton.

Passt das zu dir?

Die Schweiz belohnt Menschen, die wirklich umziehen. Die Steuervorteile liegen auf Kantonsebene, also folgen sie deinem Wohnsitz und der Geschäftsleitung deiner Firma – nicht einer Briefkastenadresse oder einem Strohmann-Geschäftsführer. Wohnst du in Zug, führst deine GmbH aus einem Büro in Zug und deine Kinder gehen dort zur Schule, sind die Zahlen hervorragend, und niemand wird sie je infrage stellen.

Gut passt es, wenn du EU- oder EFTA-Bürger bist und ein profitables, inhabergeführtes Geschäft hast (Beratung, Software, Handel, Holding), dir Stabilität und Ruf wichtiger sind als der letzte Prozentpunkt und du für Premium-Alles gern Premium-Preise zahlst. Es passt auch für Vermögende, die aufhören zu arbeiten: Die Pauschalbesteuerung kann sehr attraktiv sein, sobald Einkommen und Vermögen groß genug sind.

Die falsche Wahl ist es, wenn du eine Firma willst, die sich von woanders aus führen lässt, wenn du auf niedrige Lebenshaltungskosten optimierst oder einen Nicht-EU-Pass hast und weder Investitionen noch Arbeitsplätze mitbringst. Überleg es dir auch zweimal, wenn dein Geschäft kein Schweizer Gehalt für dich selbst tragen kann – das Steueramt erwartet eines.

Vergleich die Schweiz mit dem kleinen Nachbarn Liechtenstein (besser für reine Vermögensstrukturen, viel schwerer zum Hinziehen) oder rechne deine Zahlen im Steuerrechner durch.

Die Firma

GmbH oder AG

Zwei Rechtsformen zählen:

  • GmbH – 20.000 CHF Stammkapital, voll einbezahlt. Der Standard für inhabergeführte Firmen.
  • AG – 100.000 CHF Aktienkapital, mindestens 50.000 CHF einbezahlt. Besser für Investoren, Anteilsübertragungen und einen späteren Verkauf.

Beide brauchen eine öffentliche Urkunde vom Notar, ein Kapitaleinzahlungskonto bei einer Schweizer Bank und den Eintrag ins kantonale Handelsregister. Das KMU-Portal des Bundes nennt Gründungskosten von einigen tausend Franken (Notar, Beratung, 600 CHF Registergebühr). Mit fertigen Unterlagen bist du in etwa zwei Wochen eingetragen. Entscheidend: Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss die Firma vertreten können – bist das nicht du, brauchst (und bezahlst) du einen lokalen Geschäftsführer.

Wie Gewinne besteuert werden

Die Gewinnsteuer kommt dreifach: Bund (8,5 % auf den Gewinn nach Steuern, ≈ 7,8 % vor Steuern), Kanton und Gemeinde. Laut KPMG Swiss Tax Report 2025 liegt der kombinierte Satz in der Stadt Zug bei 11,85 % und in Bern bei 20,54 %; PwC nennt eine landesweite Spanne von 11,66–20,54 %. Nidwalden und Luzern liegen nur Bruchteile hinter Zug. Seit 2020 dürfen Kantone zusätzlich eine Patentbox und Mehrabzüge für Forschung und Entwicklung anbieten. Die globale Mindeststeuer von 15 % betrifft nur Konzerne ab 750 Mio. € Umsatz – nicht deine GmbH.

Auf Dividenden fallen 35 % Verrechnungssteuer an. Wer in der Schweiz wohnt, bekommt sie voll zurück, wenn er die Dividende deklariert; Nichtansässige holen sich per DBA einen Teil zurück und landen meist bei 15 %. Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven (Geld, das du selbst einbezahlt hast) sind verrechnungssteuerfrei.

Rechenbeispiel: 100.000 € Gewinn in einer Zuger GmbH

Gerundete Werte; Einkommensteuer aus dem ESTV-Rechner (2026, ledig, Stadt Zug). Wir rechnen in Euro, damit du vergleichen kannst – in Franken ist die Logik dieselbe.

SchrittDu wohnst in Zug, nimmst DividendenDu wohnst im Ausland (DBA-Staat)
Gewinn100.000 €100.000 €
Gewinnsteuer 11,85 %−11.850 €−11.850 €
Dividende88.150 €88.150 €
Verrechnungssteuer 35 %bei Deklaration erstattetnach Rückforderung bleiben 15 %: −13.220 €
Einkommensteuer≈ −2.700 € (Dividende nur teilweise besteuert: 50 % Kanton, 70 % Bund)zu Hause nochmals besteuert, mit Anrechnung
Bei dir kommt an≈ 85.400 € (≈ 15 % gesamt)≈ 74.900 € vor Heimatsteuer

In der Praxis zahlst du nicht alles als Dividende aus. Die AHV erwartet von Inhaber-Geschäftsführern einen marktüblichen Lohn, und überhöhte Dividenden können umqualifiziert werden. Der Lohn ist für die Firma abzugsfähig und in Zug mit rund 5 % auf 100.000 CHF besteuert, kostet aber Sozialabgaben (AHV/IV/EO plus Arbeitslosenversicherung, geteilt zwischen dir und der Firma, dazu die Pensionskasse). Der Sweet Spot ist ein vernünftiger Lohn plus Dividenden – dein Treuhänder rechnet das durch.

Laufende Kosten, Bank und Substanz

Eine kleine GmbH gibt typischerweise 2.000–5.000 CHF pro Jahr für Buchhaltung, MWST-Abrechnungen, Jahresabschluss und Steuererklärung aus, dazu die Lohnabrechnung. Auf die Revision kann eine kleine Firma mit Zustimmung aller Gesellschafter verzichten (Opting-out). Plane rund 5.000 € pro Jahr ein, wenn du sie selbst von zu Hause führst; Domizil oder lokaler Geschäftsführer kommen sonst dazu.

Banken: Sobald du hier wohnst, eröffnen PostFinance, die Kantonalbanken oder UBS ein Geschäftskonto, meist nach einem Termin. Nichtansässige Inhaber, manche Nationalitäten und US-Personen erleben längere Prüfungen oder ein höfliches Nein. Nummernkonten sind Geschichte – die Schweiz tauscht Kontodaten automatisch nach CRS aus.

Substanz ist der ganze Punkt: Eine Zuger Firma, die aus München geführt wird, ist für das deutsche Finanzamt eine Münchner Firma. Lies unseren Guide zum Ort der Geschäftsleitung, bevor du etwas Cleveres planst.

Leben in der Schweiz

Wege zur Aufenthaltsbewilligung

  • EU-/EFTA-Bürger. Dank Personenfreizügigkeit einfach. Weise eine echte selbstständige Tätigkeit nach (eingetragenes Unternehmen, Businessplan, Kunden) und du bekommst eine B-Bewilligung für fünf Jahre, meist innerhalb weniger Wochen. Ohne Erwerbstätigkeit brauchst du ausreichende Mittel und eine Schweizer Krankenversicherung. Die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“, die die Personenfreizügigkeit hätte beenden können, wurde am 14. Juni 2026 abgelehnt.
  • Nicht-EU-Gründer. Deutlich schwerer. Bewilligungen für Selbstständige unterliegen Jahreskontingenten und brauchen einen nachhaltigen Nutzen für die Schweizer Wirtschaft – Arbeitsplätze, Investitionen, Innovation – plus soliden Businessplan und Kapital. Kanton und Staatssekretariat für Migration müssen beide zustimmen.
  • Vermögende ohne Erwerbstätigkeit. Rentner ab 55 mit Bezug zur Schweiz oder Personen, deren Pauschalsteuer von „erheblichem kantonalem fiskalischem Interesse“ ist, können ohne Arbeit eine Bewilligung bekommen. Der zweite Weg wird im Einzelfall verhandelt, und die Kantone erwarten deutlich mehr als das Minimum.

Nach 10 Jahren gibt es die C-Bewilligung (Niederlassung), für viele EU-Bürger nach fünf. Für die Einbürgerung brauchst du 10 Jahre Aufenthalt und die C-Bewilligung; doppelte Staatsbürgerschaft ist erlaubt.

Persönliche Steuern

In der Schweiz Ansässige zahlen progressive direkte Bundessteuer (bis 11,5 %) plus Kantons- und Gemeindesteuer. In der Stadt Zug kosten 100.000 CHF Bruttolohn rund 5.300 CHF Einkommensteuer (2026), 200.000 CHF rund 23.000 CHF. Dieselben 100.000 CHF kosten in der Stadt Zürich etwa 11.800 CHF. Jeder Kanton erhebt zudem eine Vermögensteuer, in Zug eine niedrige. Private Kapitalgewinne auf Aktien sind grundsätzlich steuerfrei – mit strengen Regeln zur „indirekten Teilliquidation“ und zum gewerbsmäßigen Wertschriftenhandel. Die Juso-Erbschaftssteuer-Initiative (50 % über 50 Mio. CHF) wurde im November 2025 mit 78 % abgelehnt.

Pauschalbesteuerung

Ausländer, die erstmals (oder nach 10 Jahren im Ausland) in die Schweiz ziehen und dort nicht arbeiten, können nach ihren Lebenshaltungskosten statt nach ihrem Einkommen besteuert werden. Bemessungsgrundlage ist der höchste Wert aus: tatsächlichen weltweiten Lebenshaltungskosten, siebenfacher Miete, dem Bundesminimum von 435.000 CHF (2026) und dem kantonalen Minimum – in Zug 500.000 CHF. Darauf gelten die normalen Tarife. Das eigene Vermögen verwalten ist in Ordnung; die eigene Firma vom Schweizer Wohnzimmer aus führen nicht. Abgeschafft ist sie in Zürich, Schaffhausen, beiden Basel und Appenzell Ausserrhoden.

Alltag

Zug ist die teuerste Stadt im Numbeo-Ranking: 123,2 ohne Miete, 23 % über New York. Die Mieten sind happig, und die Grundversicherung der Krankenkasse ist Pflicht und wird pro Person bezahlt. Dafür bekommst du einen Numbeo Safety Index von 80,7, pünktliche Züge, Seen und Berge vor der Haustür und einige der besten Schulen und Spitäler der Welt. Englisch funktioniert im Business (die Schweiz kommt im EF EPI auf 564, in Zürich und Zug höher), aber die Behörden sprechen Deutsch, und Freundschaften brauchen Zeit.

Die Haken

Was schiefgehen kann

01

Dein altes Land.

Deutschland besteuert beim Wegzug die stillen Reserven in Firmenanteilen (siehe Wegzugsbesteuerung). Das DBA Deutschland–Schweiz erlaubt Deutschland außerdem, deine Einkünfte aus deutschen Quellen noch fünf Jahre nach dem Umzug zu besteuern, und die Pauschalbesteuerung kann die erweiterte beschränkte Steuerpflicht auslösen.

02

Geschäftsleitung zu Hause.

Wird die Firma in Wahrheit aus deinem alten Land geführt, wird sie dort besteuert. Siehe Ort der Geschäftsleitung.

03

Vertretung vor Ort.

Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss für die Firma zeichnen können. Kein Ansässiger, keine Firma – oder eine Rechnung für den Strohmann.

04

Lohn vs. Dividende.

Zu wenig Lohn, und die AHV qualifiziert Dividenden um; zu viel, und du verschenkst den Vorteil der Teilbesteuerung.

05

Verrechnungssteuer.

Erst werden 35 % abgezogen. Ansässige bekommen sie zurück, Nichtansässige füllen Formulare aus und warten.

06

Kosten.

Miete, Krankenkasse und Kinderbetreuung können unterhalb eines gewissen Einkommens einen großen Teil des Steuervorteils auffressen.

Schritt für Schritt

Mit deiner Firma nach Zug

  1. Wegzug prüfen

    Wegzugsbesteuerung, Abmeldung und die Fünfjahresklausel des DBA mit einem Berater in deinem jetzigen Land durchrechnen.

  2. Kanton und Gemeinde wählen

    Zug, Nidwalden, Schwyz und Luzern bei Firmen- und Einkommensteuer, Schulen und Miete vergleichen.

  3. Bewilligung sichern

    EU/EFTA: Wohnung mieten, bei der Gemeinde anmelden, B-Bewilligung als Selbstständiger beantragen. Nicht-EU: Businessplan und Investitionsfall vor dem Umzug vorbereiten.

  4. GmbH oder AG gründen

    Notar, Kapitaleinzahlungskonto, Handelsregister – etwa zwei Wochen.

  5. Bank, Lohn und Buchhaltung aufsetzen

    Geschäftskonto eröffnen, falls nötig MWST-Registrierung, marktüblichen Lohn festlegen und Pensionskasse wählen.

  6. Dein Leben umziehen

    Krankenversicherung innerhalb von drei Monaten, Schule, Auto – und ein sauberer Schnitt mit deinem alten Zuhause.

FAQ

Ist Zug steuerlich wirklich günstiger als Dubai?

Nein. Dubai hat keine Einkommensteuer. Die Schweiz gewinnt bei Ruf, Abkommen, Stabilität und Schengen – und das ist vielen 5–15 % wert.

Kann ich meine Wohnung in Deutschland behalten und in Zug leben?

Eine Wohnung, die dir in Deutschland zur Verfügung steht, hält dich meist dort steuerpflichtig. Siehe Deutschland verlassen und steuerliche Ansässigkeit.

Kann ich pauschal besteuert werden und trotzdem meine Firma führen?

Nicht aus der Schweiz heraus. Du darfst dein Vermögen verwalten und im Ausland arbeiten, aber keiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz nachgehen.

Ich bin kein Europäer. Gibt es einen realistischen Weg?

Ja, aber er ist anspruchsvoll: ein Businessplan mit echten Arbeitsplätzen und Investitionen, ein qualifiziertes Jobangebot oder genug Vermögen für die Pauschalbesteuerung in einem Kanton, der dich will.

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Quellen

Nerdy Strategy Session

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