Schweiz
Die Schweiz hat 26 kantonale Steuersysteme, und die besten davon (Zug, Nidwalden, Luzern) besteuern Firmen mit rund 12 % und Menschen im einstelligen Bereich. Das funktioniert hervorragend, wenn du wirklich hinziehst, ein echtes Geschäft führst und mit einigen der höchsten Lebenshaltungskosten der Welt leben kannst.
Unser Fazit
Top, wenn du EU-/EFTA-Bürger bist (oder vermögend genug für die Pauschalbesteuerung) und niedrige Steuern ohne jeden Reputationsabschlag willst – nach Zug ziehen, Firma von dort führen, fertig. Lass es, wenn du eine Firma aus der Ferne führen willst, jeden Franken zählst oder einen Nicht-EU-Pass ohne ernsthaften Businessplan hast: Substanz, Kosten und Bewilligungen fressen dich auf.
Ideal für
- EU-/EFTA-Gründer, die wirklich umziehen und die Firma aus einem Tiefsteuerkanton führen
- Vermögende Privatiers, die für die Pauschalbesteuerung infrage kommen
- Familien, denen Stabilität, Schulen und Sicherheit am wichtigsten sind
Eher nicht, wenn
- Alle, die eine Firma suchen, die sie von woanders aus führen können
- Nicht-EU-Gründer ohne Kapital, zu schaffende Jobs oder Jobangebot
- Budgetbewusste Nomaden – Zug ist teurer als New York
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.
- Gewinnsteuer
- ≈ 11,85 % (Zug)
- Bund + Kanton + Gemeinde; 11,66–20,54 % schweizweit
- Verrechnungssteuer auf Dividenden
- 35 %
- für Ansässige rückerstattet; per DBA meist 15 % für Nichtansässige
- Einkommensteuer
- ≈ 5,3 % auf 100.000 CHF
- Stadt Zug, ledig, Bruttolohn, 2026; Stadt Zürich ≈ 11,8 %
- Pauschalbesteuerung
- mind. 435.000 CHF Bemessung
- Bund 2026; Kanton Zug 500.000 CHF; keine Erwerbstätigkeit in der Schweiz
- Mehrwertsteuer
- 8,1 %
- Gründungsdauer
- 1–3 Wochen
- Notar, Kapitaleinzahlung, Handelsregister
- Laufende Kosten
- ≈ 4.000–6.000 €/Jahr
- Treuhand-Buchhaltung, MWST, Steuererklärung, Lohnabrechnung für dich
- Mindestaufenthalt
- Dort leben
- keine feste Tageszahl, aber Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in der Schweiz
- Währung
- CHF
Der Nerdy Index.
15 Kriterien, jedes mit 0–10 bewertet – nach veröffentlichter Formel oder Raster. Wähl, wer du bist – der Index gewichtet neu, was für dich zählt.
FirmaWohnsitz
Firma 60/100
Steuer auf ausgeschüttete Gewinne25,1 % 3,7/10
Körperschaftsteuer plus Quellensteuer auf 100.000 € Gewinn, ausgeschüttet an einen nicht ansässigen Eigentümer. Transparente Gesellschaften (US-LLC) zahlen auf Firmenebene nichts – der Eigentümer versteuert zu Hause, daher neutral 5.
Steuer auf thesaurierte Gewinne11,85 % 6,6/10
Steuer, solange Gewinne in der Firma bleiben (Estland und Georgien: 0 %).
Laufende Kosten≈ 5.000 € / Jahr 6,7/10
Typische Jahreskosten, um eine kleine operative Firma sauber zu halten: Sitzadresse, Buchhaltung, Steuererklärungen, Prüfung falls Pflicht, Behördengebühren. Ohne Personal und Büromiete.
Einordnung: Treuhand-Buchhaltung, MWST-Abrechnungen, Jahresabschluss und Steuererklärung kosten für eine kleine GmbH typischerweise 2.000–5.000 CHF; dazu Lohnabrechnung für dein eigenes Gehalt und Registergebühren. Domizil oder lokaler Geschäftsführer kämen obendrauf – nicht nötig, wenn du dort wohnst und eine Adresse hast.
Gründungstempo & Gründung aus der Ferne≈ 2 Wochen 6/10
Typische Werktage von unterschriebenen Unterlagen bis zur eingetragenen Firma. +1 Punkt (max. 10), wenn alles aus der Ferne geht.
Einordnung: Notariell beurkundete Statuten, ein Sperrkonto für das Kapital (20.000 CHF bei einer GmbH) und der Eintrag ins kantonale Handelsregister – etwa zwei Wochen, wenn die Unterlagen stehen. Das Bankkonto ist meist der langsamste Teil.
Zugang zu BankenNerdy-Einschätzung 6/10
Wie leicht eine Firma mit ausländischem Eigentümer ein Geschäftskonto (lokale Bank oder regulierter E-Geld-Anbieter) eröffnen und behalten kann, das international funktioniert.
Unsere Einschätzung: Etablierte Banken (PostFinance, Kantonalbanken, UBS) eröffnen Konten für Schweizer GmbHs, sobald du hier wohnst – meist nach einem Termin, innerhalb einiger Wochen. Nichtansässige Eigentümer, manche Nationalitäten und US-Personen erleben lange Prüfungen oder Absagen.
Ruf & Abkommensnetz100+ DBA, auf keiner Liste 10/10
Anzahl der geltenden Doppelbesteuerungsabkommen, abzüglich Maluspunkten für Listen, die Banken und Finanzämter nervös machen: EU-Liste nicht kooperativer Länder (Anhang I), EU-Beobachtungsliste (Anhang II), FATF-Grauliste.
Einordnung: Die Schweiz hat umfassende Doppelbesteuerungsabkommen mit mehr als 100 Staaten und steht weder auf den EU-Listen (Anhang I/II, Februar 2026) noch auf der FATF-Grauliste (Juni 2026).
Substanz-AufwandNerdy-Einschätzung 4/10
Wie viel echte Präsenz (Geschäftsführer, Büro, Personal, Board-Meetings) die Firma vor Ort braucht, um dort als steuerlich ansässig anerkannt zu werden und die Bank zufriedenzustellen. Höhere Punktzahl = weniger Aufwand.
Unsere Einschätzung: Das Gesetz verlangt eine in der Schweiz wohnhafte Person, die die Firma vertreten kann, und der tiefe Kantonssatz hält nur, wenn die Geschäftsleitung wirklich dort sitzt. Rechne mit echtem Büro und Entscheidungen in der Schweiz.
Wohnsitz 62/100
Persönliche Steuer als Zuzügler≈ 5 % 8,9/10
Effektive Steuer, die ein neu zugezogener Resident auf 100.000 € Einkommen aus der eigenen (ausländischen oder lokalen) Firma zahlt – mit dem besten Regime, das Unternehmern realistisch offensteht (Non-Dom, Pauschalsteuer, territorial, Sonderregime). Ohne Sozialversicherung.
Einordnung: Ledig in der Stadt Zug, 100.000 CHF Bruttolohn aus der eigenen Firma: rund 5.300 CHF Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer 2026 (ESTV-Rechner). Qualifizierte Dividenden werden nur teilweise besteuert (50 % in Zug, 70 % beim Bund) und kommen günstiger, aber die Firma hat vorher 11,85 % gezahlt, und ein marktüblicher Lohn wird erwartet. Ohne Sozialversicherung.
Zugang zum AufenthaltNerdy-Einschätzung 3/10
Wie realistisch ein Nicht-EU-Unternehmer eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, die auch steuerliche Ansässigkeit bringt: Voraussetzungen, Kosten, Dauer, Chancen. EU-Bürger haben es meist leichter – steht in der Begründung.
Unsere Einschätzung: Für Nicht-EU-Gründer kontingentiert und nur mit einem Unternehmen, das Jobs oder Investitionen bringt – oder mit Vermögen für die Pauschalbesteuerung. EU-/EFTA-Bürger spielen in einer anderen Liga: B-Bewilligung als Selbstständige in wenigen Wochen.
MindestaufenthaltDort leben (≈ 183 Tage) 4/10
Tage pro Jahr, die du dort verbringen musst, um Erlaubnis und steuerliche Ansässigkeit zu behalten (das Strengere zählt, mit dem flexibelsten Programm).
Einordnung: Eine feste Tageszahl gibt es nicht, aber die B-Bewilligung erlischt nach sechs Monaten im Ausland, und die Steuerpflicht knüpft an Wohnsitz und Lebensmittelpunkt an. Plane, den Großteil des Jahres dort zu leben.
Lebenshaltungskosten123,2 (Zug) · Zug 1/10
Numbeo Cost of Living Index (ohne Miete, New York = 100) für die Stadt, die die meisten Expats wählen.
Einordnung: Zug ist die teuerste Stadt im Numbeo-Ranking, ohne Miete – 23 % über New York. Zürich liegt bei 120,9.
Sicherheit80,7 (Zug) · Zug 8,1/10
Numbeo Safety Index für dieselbe Stadt (0–100, höher ist sicherer).
Einordnung: Sehr sicher: Numbeos Safety Index für Zug liegt bei 80,7 (Zürich 75,7).
Rechtsstaat & Stabilität98. Perzentil 9,8/10
Weltbank Worldwide Governance Indicators, Perzentilrang Rechtsstaatlichkeit (0–100). Misst, wie verlässlich Gerichte, Verträge und Eigentumsrechte sind.
Einordnung: Der Rechtsstaatlichkeits-Schätzwert 2025 (WGI, Methodik 2025) platziert die Schweiz vor über 98 % der 215 erfassten Volkswirtschaften.
Englisch im Alltag & BusinessEF EPI 564 6,6/10
Punktwert im EF English Proficiency Index. Länder mit Englisch als Amts- oder übliche Geschäftssprache zählen mit 700.
Einordnung: Hohes Niveau landesweit (Rang 30 im aktuellen EF EPI), in Zürich und Zug noch höher – Alltag und Behörden laufen aber auf Deutsch, Französisch oder Italienisch.
Mobilität & PerspektiveNerdy-Einschätzung 7/10
Was dir der Aufenthalt über das Land hinaus bringt: Schengen-/EU-Zugang, Daueraufenthalt und Weg zur Staatsbürgerschaft, Stärke eines späteren Passes, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt.
Unsere Einschätzung: Schengen-Zugang, C-Bewilligung nach 10 Jahren (für viele EU-Bürger nach 5), Einbürgerung nach 10 Jahren mit erlaubter Doppelstaatsbürgerschaft und einer der stärksten Pässe der Welt – aber nicht EU, und der Weg ist lang.
Zahlen geprüft: September 2026. Klick auf eine Zeile für Formel, Begründung und Quelle. So funktioniert der Nerdy Index
Wege zu Aufenthalt & Visum.
EU/EFTA: selbstständig (B-Bewilligung)
EU- und EFTA-Bürger bekommen eine B-Bewilligung für fünf Jahre, wenn sie eine echte selbstständige Tätigkeit in der Schweiz nachweisen – eingetragenes Unternehmen, Businessplan, Buchhaltung, Kunden. Ohne Erwerbstätigkeit: genug Geld und Schweizer Krankenversicherung. Der Kanton entscheidet, meist innerhalb weniger Wochen.
Nicht-EU: Gründer oder Selbstständige
Drittstaatsangehörige brauchen einen Platz im Jahreskontingent und müssen zeigen, dass das Unternehmen im wirtschaftlichen Interesse der Schweiz liegt: dauerhafte Arbeitsplätze, Investitionen oder Innovation, dazu ein solider Businessplan und Kapital. Kanton und Staatssekretariat für Migration entscheiden beide. Eine Ein-Personen-Beratung reicht selten.
Pauschalbesteuerung (Besteuerung nach dem Aufwand)
Für Ausländer, die erstmals (oder nach zehn Jahren im Ausland) in die Schweiz ziehen und dort nicht arbeiten. Besteuert werden die Lebenshaltungskosten: mindestens 435.000 CHF (Bund, 2026), das Siebenfache der Miete und das kantonale Minimum (Zug: 500.000 CHF). Abgeschafft in Zürich, Schaffhausen, beiden Basel und Appenzell Ausserrhoden.
Nicht-EU: vermögende Privatiers
Ohne Erwerbstätigkeit bekommen Nicht-EU-Bürger eine Bewilligung als Rentner (ab 55, mit Bezug zur Schweiz) oder wenn der Kanton ein erhebliches fiskalisches Interesse sieht – in der Praxis eine Pauschalsteuer deutlich über dem Minimum, im Einzelfall verhandelt.
Was für Schweiz spricht
- Zug, Nidwalden und Luzern besteuern Firmengewinne mit rund 12 % – ohne Reputationsabschlag
- Sehr niedrige Einkommensteuer in der Zentralschweiz (≈ 5 % auf 100.000 CHF in Zug)
- Private Kapitalgewinne auf Aktien sind grundsätzlich steuerfrei
- Pauschalbesteuerung für vermögende Zuzügler, die in der Schweiz nicht arbeiten
- Über 100 Doppelbesteuerungsabkommen, erstklassige Gerichte und eine harte Währung
- Schengen, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt, exzellente Schulen und Medizin
Worauf du achten solltest
- Mit die höchsten Lebenshaltungskosten der Welt – Zugs Numbeo-Index liegt über New York
- Echte Substanz Pflicht: Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss die Firma vertreten können
- Aufenthalt für Nicht-EU-Bürger nur über Kontingente und mit echtem volkswirtschaftlichem Nutzen
- 35 % Verrechnungssteuer bedeutet Rückforderungs-Papierkram für Nichtansässige
- Vermögensteuer in jedem Kanton
- Wegzug aus Deutschland: Wegzugsbesteuerung auf Firmenanteile, und das DBA lässt Deutschland deine deutschen Einkünfte noch fünf Jahre besteuern
Die Schweiz ist das Tiefsteuerland, bei dem niemand die Augenbraue hebt. Es gibt kein Sonderregime, das du beantragen musst, und keine schwarze Liste, die du erklären musst – nur 26 Kantone, die um Firmen und Einwohner konkurrieren, und ein paar davon gewinnen sehr deutlich. In der Stadt Zug zahlt eine Firma rund 11,85 % auf ihren Gewinn, und wer ledig ist und 100.000 CHF verdient, zahlt etwa 5.300 CHF Einkommensteuer.
Der Haken ist genauso schweizerisch: Das klappt nur, wenn du wirklich dort lebst, die Firma von dort führst und dir einen der teuersten Orte der Welt leisten kannst. So funktioniert es im September 2026 – mit Zug als Referenzkanton.
Passt das zu dir?
Die Schweiz belohnt Menschen, die wirklich umziehen. Die Steuervorteile liegen auf Kantonsebene, also folgen sie deinem Wohnsitz und der Geschäftsleitung deiner Firma – nicht einer Briefkastenadresse oder einem Strohmann-Geschäftsführer. Wohnst du in Zug, führst deine GmbH aus einem Büro in Zug und deine Kinder gehen dort zur Schule, sind die Zahlen hervorragend, und niemand wird sie je infrage stellen.
Gut passt es, wenn du EU- oder EFTA-Bürger bist und ein profitables, inhabergeführtes Geschäft hast (Beratung, Software, Handel, Holding), dir Stabilität und Ruf wichtiger sind als der letzte Prozentpunkt und du für Premium-Alles gern Premium-Preise zahlst. Es passt auch für Vermögende, die aufhören zu arbeiten: Die Pauschalbesteuerung kann sehr attraktiv sein, sobald Einkommen und Vermögen groß genug sind.
Die falsche Wahl ist es, wenn du eine Firma willst, die sich von woanders aus führen lässt, wenn du auf niedrige Lebenshaltungskosten optimierst oder einen Nicht-EU-Pass hast und weder Investitionen noch Arbeitsplätze mitbringst. Überleg es dir auch zweimal, wenn dein Geschäft kein Schweizer Gehalt für dich selbst tragen kann – das Steueramt erwartet eines.
Vergleich die Schweiz mit dem kleinen Nachbarn Liechtenstein (besser für reine Vermögensstrukturen, viel schwerer zum Hinziehen) oder rechne deine Zahlen im Steuerrechner durch.
Die Firma
GmbH oder AG
Zwei Rechtsformen zählen:
- GmbH – 20.000 CHF Stammkapital, voll einbezahlt. Der Standard für inhabergeführte Firmen.
- AG – 100.000 CHF Aktienkapital, mindestens 50.000 CHF einbezahlt. Besser für Investoren, Anteilsübertragungen und einen späteren Verkauf.
Beide brauchen eine öffentliche Urkunde vom Notar, ein Kapitaleinzahlungskonto bei einer Schweizer Bank und den Eintrag ins kantonale Handelsregister. Das KMU-Portal des Bundes nennt Gründungskosten von einigen tausend Franken (Notar, Beratung, 600 CHF Registergebühr). Mit fertigen Unterlagen bist du in etwa zwei Wochen eingetragen. Entscheidend: Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss die Firma vertreten können – bist das nicht du, brauchst (und bezahlst) du einen lokalen Geschäftsführer.
Wie Gewinne besteuert werden
Die Gewinnsteuer kommt dreifach: Bund (8,5 % auf den Gewinn nach Steuern, ≈ 7,8 % vor Steuern), Kanton und Gemeinde. Laut KPMG Swiss Tax Report 2025 liegt der kombinierte Satz in der Stadt Zug bei 11,85 % und in Bern bei 20,54 %; PwC nennt eine landesweite Spanne von 11,66–20,54 %. Nidwalden und Luzern liegen nur Bruchteile hinter Zug. Seit 2020 dürfen Kantone zusätzlich eine Patentbox und Mehrabzüge für Forschung und Entwicklung anbieten. Die globale Mindeststeuer von 15 % betrifft nur Konzerne ab 750 Mio. € Umsatz – nicht deine GmbH.
Auf Dividenden fallen 35 % Verrechnungssteuer an. Wer in der Schweiz wohnt, bekommt sie voll zurück, wenn er die Dividende deklariert; Nichtansässige holen sich per DBA einen Teil zurück und landen meist bei 15 %. Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven (Geld, das du selbst einbezahlt hast) sind verrechnungssteuerfrei.
Rechenbeispiel: 100.000 € Gewinn in einer Zuger GmbH
Gerundete Werte; Einkommensteuer aus dem ESTV-Rechner (2026, ledig, Stadt Zug). Wir rechnen in Euro, damit du vergleichen kannst – in Franken ist die Logik dieselbe.
| Schritt | Du wohnst in Zug, nimmst Dividenden | Du wohnst im Ausland (DBA-Staat) |
|---|---|---|
| Gewinn | 100.000 € | 100.000 € |
| Gewinnsteuer 11,85 % | −11.850 € | −11.850 € |
| Dividende | 88.150 € | 88.150 € |
| Verrechnungssteuer 35 % | bei Deklaration erstattet | nach Rückforderung bleiben 15 %: −13.220 € |
| Einkommensteuer | ≈ −2.700 € (Dividende nur teilweise besteuert: 50 % Kanton, 70 % Bund) | zu Hause nochmals besteuert, mit Anrechnung |
| Bei dir kommt an | ≈ 85.400 € (≈ 15 % gesamt) | ≈ 74.900 € vor Heimatsteuer |
In der Praxis zahlst du nicht alles als Dividende aus. Die AHV erwartet von Inhaber-Geschäftsführern einen marktüblichen Lohn, und überhöhte Dividenden können umqualifiziert werden. Der Lohn ist für die Firma abzugsfähig und in Zug mit rund 5 % auf 100.000 CHF besteuert, kostet aber Sozialabgaben (AHV/IV/EO plus Arbeitslosenversicherung, geteilt zwischen dir und der Firma, dazu die Pensionskasse). Der Sweet Spot ist ein vernünftiger Lohn plus Dividenden – dein Treuhänder rechnet das durch.
Laufende Kosten, Bank und Substanz
Eine kleine GmbH gibt typischerweise 2.000–5.000 CHF pro Jahr für Buchhaltung, MWST-Abrechnungen, Jahresabschluss und Steuererklärung aus, dazu die Lohnabrechnung. Auf die Revision kann eine kleine Firma mit Zustimmung aller Gesellschafter verzichten (Opting-out). Plane rund 5.000 € pro Jahr ein, wenn du sie selbst von zu Hause führst; Domizil oder lokaler Geschäftsführer kommen sonst dazu.
Banken: Sobald du hier wohnst, eröffnen PostFinance, die Kantonalbanken oder UBS ein Geschäftskonto, meist nach einem Termin. Nichtansässige Inhaber, manche Nationalitäten und US-Personen erleben längere Prüfungen oder ein höfliches Nein. Nummernkonten sind Geschichte – die Schweiz tauscht Kontodaten automatisch nach CRS aus.
Substanz ist der ganze Punkt: Eine Zuger Firma, die aus München geführt wird, ist für das deutsche Finanzamt eine Münchner Firma. Lies unseren Guide zum Ort der Geschäftsleitung, bevor du etwas Cleveres planst.
Leben in der Schweiz
Wege zur Aufenthaltsbewilligung
- EU-/EFTA-Bürger. Dank Personenfreizügigkeit einfach. Weise eine echte selbstständige Tätigkeit nach (eingetragenes Unternehmen, Businessplan, Kunden) und du bekommst eine B-Bewilligung für fünf Jahre, meist innerhalb weniger Wochen. Ohne Erwerbstätigkeit brauchst du ausreichende Mittel und eine Schweizer Krankenversicherung. Die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“, die die Personenfreizügigkeit hätte beenden können, wurde am 14. Juni 2026 abgelehnt.
- Nicht-EU-Gründer. Deutlich schwerer. Bewilligungen für Selbstständige unterliegen Jahreskontingenten und brauchen einen nachhaltigen Nutzen für die Schweizer Wirtschaft – Arbeitsplätze, Investitionen, Innovation – plus soliden Businessplan und Kapital. Kanton und Staatssekretariat für Migration müssen beide zustimmen.
- Vermögende ohne Erwerbstätigkeit. Rentner ab 55 mit Bezug zur Schweiz oder Personen, deren Pauschalsteuer von „erheblichem kantonalem fiskalischem Interesse“ ist, können ohne Arbeit eine Bewilligung bekommen. Der zweite Weg wird im Einzelfall verhandelt, und die Kantone erwarten deutlich mehr als das Minimum.
Nach 10 Jahren gibt es die C-Bewilligung (Niederlassung), für viele EU-Bürger nach fünf. Für die Einbürgerung brauchst du 10 Jahre Aufenthalt und die C-Bewilligung; doppelte Staatsbürgerschaft ist erlaubt.
Persönliche Steuern
In der Schweiz Ansässige zahlen progressive direkte Bundessteuer (bis 11,5 %) plus Kantons- und Gemeindesteuer. In der Stadt Zug kosten 100.000 CHF Bruttolohn rund 5.300 CHF Einkommensteuer (2026), 200.000 CHF rund 23.000 CHF. Dieselben 100.000 CHF kosten in der Stadt Zürich etwa 11.800 CHF. Jeder Kanton erhebt zudem eine Vermögensteuer, in Zug eine niedrige. Private Kapitalgewinne auf Aktien sind grundsätzlich steuerfrei – mit strengen Regeln zur „indirekten Teilliquidation“ und zum gewerbsmäßigen Wertschriftenhandel. Die Juso-Erbschaftssteuer-Initiative (50 % über 50 Mio. CHF) wurde im November 2025 mit 78 % abgelehnt.
Pauschalbesteuerung
Ausländer, die erstmals (oder nach 10 Jahren im Ausland) in die Schweiz ziehen und dort nicht arbeiten, können nach ihren Lebenshaltungskosten statt nach ihrem Einkommen besteuert werden. Bemessungsgrundlage ist der höchste Wert aus: tatsächlichen weltweiten Lebenshaltungskosten, siebenfacher Miete, dem Bundesminimum von 435.000 CHF (2026) und dem kantonalen Minimum – in Zug 500.000 CHF. Darauf gelten die normalen Tarife. Das eigene Vermögen verwalten ist in Ordnung; die eigene Firma vom Schweizer Wohnzimmer aus führen nicht. Abgeschafft ist sie in Zürich, Schaffhausen, beiden Basel und Appenzell Ausserrhoden.
Alltag
Zug ist die teuerste Stadt im Numbeo-Ranking: 123,2 ohne Miete, 23 % über New York. Die Mieten sind happig, und die Grundversicherung der Krankenkasse ist Pflicht und wird pro Person bezahlt. Dafür bekommst du einen Numbeo Safety Index von 80,7, pünktliche Züge, Seen und Berge vor der Haustür und einige der besten Schulen und Spitäler der Welt. Englisch funktioniert im Business (die Schweiz kommt im EF EPI auf 564, in Zürich und Zug höher), aber die Behörden sprechen Deutsch, und Freundschaften brauchen Zeit.
Die Haken
Was schiefgehen kann
Dein altes Land.
Deutschland besteuert beim Wegzug die stillen Reserven in Firmenanteilen (siehe Wegzugsbesteuerung). Das DBA Deutschland–Schweiz erlaubt Deutschland außerdem, deine Einkünfte aus deutschen Quellen noch fünf Jahre nach dem Umzug zu besteuern, und die Pauschalbesteuerung kann die erweiterte beschränkte Steuerpflicht auslösen.
Geschäftsleitung zu Hause.
Wird die Firma in Wahrheit aus deinem alten Land geführt, wird sie dort besteuert. Siehe Ort der Geschäftsleitung.
Vertretung vor Ort.
Eine in der Schweiz wohnhafte Person muss für die Firma zeichnen können. Kein Ansässiger, keine Firma – oder eine Rechnung für den Strohmann.
Lohn vs. Dividende.
Zu wenig Lohn, und die AHV qualifiziert Dividenden um; zu viel, und du verschenkst den Vorteil der Teilbesteuerung.
Verrechnungssteuer.
Erst werden 35 % abgezogen. Ansässige bekommen sie zurück, Nichtansässige füllen Formulare aus und warten.
Kosten.
Miete, Krankenkasse und Kinderbetreuung können unterhalb eines gewissen Einkommens einen großen Teil des Steuervorteils auffressen.
Schritt für Schritt
Mit deiner Firma nach Zug
Wegzug prüfen
Wegzugsbesteuerung, Abmeldung und die Fünfjahresklausel des DBA mit einem Berater in deinem jetzigen Land durchrechnen.
Kanton und Gemeinde wählen
Zug, Nidwalden, Schwyz und Luzern bei Firmen- und Einkommensteuer, Schulen und Miete vergleichen.
Bewilligung sichern
EU/EFTA: Wohnung mieten, bei der Gemeinde anmelden, B-Bewilligung als Selbstständiger beantragen. Nicht-EU: Businessplan und Investitionsfall vor dem Umzug vorbereiten.
GmbH oder AG gründen
Notar, Kapitaleinzahlungskonto, Handelsregister – etwa zwei Wochen.
Bank, Lohn und Buchhaltung aufsetzen
Geschäftskonto eröffnen, falls nötig MWST-Registrierung, marktüblichen Lohn festlegen und Pensionskasse wählen.
Dein Leben umziehen
Krankenversicherung innerhalb von drei Monaten, Schule, Auto – und ein sauberer Schnitt mit deinem alten Zuhause.
FAQ
Ist Zug steuerlich wirklich günstiger als Dubai?
Nein. Dubai hat keine Einkommensteuer. Die Schweiz gewinnt bei Ruf, Abkommen, Stabilität und Schengen – und das ist vielen 5–15 % wert.
Kann ich meine Wohnung in Deutschland behalten und in Zug leben?
Eine Wohnung, die dir in Deutschland zur Verfügung steht, hält dich meist dort steuerpflichtig. Siehe Deutschland verlassen und steuerliche Ansässigkeit.
Kann ich pauschal besteuert werden und trotzdem meine Firma führen?
Nicht aus der Schweiz heraus. Du darfst dein Vermögen verwalten und im Ausland arbeiten, aber keiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz nachgehen.
Ich bin kein Europäer. Gibt es einen realistischen Weg?
Ja, aber er ist anspruchsvoll: ein Businessplan mit echten Arbeitsplätzen und Investitionen, ein qualifiziertes Jobangebot oder genug Vermögen für die Pauschalbesteuerung in einem Kanton, der dich will.
Unsicher, ob die Schweiz für dich Zypern oder Malta schlägt? Probier den Jurisdiction Finder oder buch eine Strategy Session. Dieser Guide ist eine allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Quellen
- PwC Worldwide Tax Summaries – Schweiz, Unternehmenssteuern
- KPMG Schweiz – Swiss Tax Report 2025
- ESTV – Steuerrechner
- ESTV – Verrechnungssteuer
- Fedlex – Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG)
- Kanton Uri – Merkblatt Aufwandbesteuerung 2026
- Kanton Zug – Steuergesetz (BGS 632.1)
- KMU-Portal – GmbH gründen
- Staatssekretariat für Migration (SEM)
- SIF – Doppelbesteuerungsabkommen der Schweiz
- swissinfo – Resultat der Abstimmung vom 14. Juni 2026
- SRF – Erbschaftssteuer-Initiative abgelehnt (30. November 2025)
- Numbeo – Zug
Quellen & Faktencheck.
Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus einer dieser Quellen. Zuletzt geprüft: September 2026. Steuerrecht ändert sich – lass es vor jeder Entscheidung von einer zugelassenen Beratung bestätigen. Nichts hier ist Steuer- oder Rechtsberatung.
- Amtlich ESTV – Swiss tax calculator income tax in Zug and Zurich swisstaxcalculator.estv.admin.ch
- Amtlich Canton of Uri – leaflet on lump-sum taxation from 1 Jan 2026 federal minimum base CHF 435,000 (2026) ur.ch
- Amtlich ESTV – withholding tax (Verrechnungssteuer) 35% dividend withholding tax and refunds estv.admin.ch
- Amtlich SIF – double taxation agreements treaty network sif.admin.ch
- Amtlich State Secretariat for Migration (SEM) EU/EFTA and third-country permits, quotas sem.admin.ch
- Gesetz Fedlex – Federal Act on Direct Federal Taxation (DBG), Art. 14 lump-sum taxation rules fedlex.admin.ch
- Gesetz Canton of Zug – tax law collection (BGS 632.1) Zug lump-sum minimum CHF 500,000, dividend partial taxation bgs.zg.ch
- Berater PwC Worldwide Tax Summaries – Switzerland, corporate taxes federal rate, cantonal CIT range taxsummaries.pwc.com
- Berater KPMG Switzerland – Swiss Tax Report 2025 press release 11.85% CIT in Zug, 20.54% in Bern kpmg.com
- Index Numbeo – Zug cost of living and safety cost of living, safety numbeo.com
Ähnlich wie Schweiz: die nächsten Alternativen.
Gründung aus der Ferne€€€
Singapur
17 % auf dem Papier, oft unter 9 % in der Praxis, steuerfreie Dividenden und ein Ruf, den Banken lieben – für die Firma, nicht fürs günstige Leben.
KSt.17 %Dividenden0 %Aufenthalt
Zum Guide
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Liechtenstein
12,5 % Flat Tax, 0 % Quellensteuer auf Dividenden und Stiftungen mit hundert Jahren Praxis – schwer ist nur das Hinziehen.
KSt.12,5 %Dividenden0 %Aufenthalt
Zum Guide
EU0 % auf Thesaurierung€€€
Estland
0 % Steuer, solange der Gewinn in der Firma bleibt, 22 % am Tag der Ausschüttung – und eine Firma, die du vom Laptop aus führst.
KSt.0 %/ 22 %Dividenden0 %Aufenthalt
Zum Guide
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